Was muss ich wissen, bevor ich eine App entwickeln lasse?

Vor allem vier Dinge: wer die App nutzt, auf welchen Geräten, woher ihre Daten kommen und wem die Konten bei Apple und Google gehören. Was die App können soll, zeigt danach ein Klickmodell besser als jede Funktionsliste.

  1. Idee
  2. Klickmodell
  3. Entwicklung
  4. Im App Store

Manche Punkte sind keine Technik, sondern Regeln, die nur ihr festlegen könnt. Beim digitalen Mitgliedsausweis der Architektenkammer Baden-Württemberg, den wir für Apple Wallet und Google Wallet entwickeln, hat die Kammer entschieden: Der Ausweis gilt ein Jahr, verlängert sich von selbst und wird nach einem Austritt grau. Auf dem iPhone braucht das einen kleinen Zusatzdienst, der den Ausweis nachträglich ändert. Ohne die Regel hätte niemand gewusst, dass er gebraucht wird.

Für wen ist die App: Mitarbeiter, Kunden oder Fachkreise?

Das entscheidet über Anmeldung, Rechte und darüber, ob die App überhaupt in einen Store muss. Eine Mitarbeiter-App kennt jeden Nutzer mit Namen, eine App für Kunden oder Fachkreise nicht.

Drei Apps, die wir bei FUF in Stuttgart entwickelt haben, zeigen den Unterschied. In der Baustellen-App von Hegau Energie, einem Netzbau-Betrieb für Hausanschlüsse und Kabeltiefbau, arbeiten Büro, Projektleiter und Monteure aus fünf Gewerken, vom Tiefbau bis zur Freileitung. Monteure sehen nur die Aufträge, die ihnen zugewiesen sind, und melden sich ohne Passwort an, mit einem Code aus der Mail oder ihrem Google-Konto. Die Arzneimittel-App von Weleda ist dagegen nur für Ärzte, Apotheker und Heilpraktiker gedacht. Wer sich anmeldet, weist seinen Beruf über DocCheck nach, einen Login für Fachkreise. Der Architekturführer der Architektenkammer wiederum ist für alle, die prämierte Bauwerke in Baden-Württemberg ansehen wollen, auf Deutsch, Englisch und Französisch.

iOS und Android: nativ oder hybrid, Flutter oder React Native?

Für die meisten Firmen-Apps reicht eine Codebasis für iOS und Android, ob mit Flutter, React Native oder Web-Technik. Nativ für jede Plattform lohnt sich, wo die App tief ins Gerät greift und sehr schnell reagieren muss.

Die Arzneimittel-App von Weleda und der Architekturführer laufen seit 2019 und 2016 als hybride Apps mit Cordova, je eine Codebasis für iPhone, iPad und Android. Bei Weleda hat sich das zweimal ausgezahlt: Die App ließ sich später ohne Neubau auch als Desktop-Version im Browser anbieten, und Texte wie die Datenschutzerklärung ändern sich vom Server aus, ohne neue Version im Store.

Muss die App in den App Store?

Nein. Viele Wünsche nach einer App lassen sich mit einer Web-App oder einem Ausweis im Wallet lösen, ohne Store und ohne Prüfung durch Apple und Google. Eine App im Store braucht ihr, wenn sie im Hintergrund arbeiten soll, etwa den Standort senden, oder wenn Kunden sie im Store finden sollen.

WegReferenzDarauf achten
App im Store, hybridWeledaJede neue Version geht durch die Prüfung von Apple und Google.
Web-AppHegau EnergieKamera und Standort hängen an den Rechten des Browsers.
Ausweis im WalletAKBWDas Aussehen gibt die Plattform vor.

 

Die Baustellen-App läuft seit Juli 2026 ohne Store: Die Monteure legen sie auf den Startbildschirm, Push-Meldungen kommen über den Browser, und ein Update erreicht sofort alle Geräte. Die Hülle für iOS und Android lädt dieselbe App und bringt Push, Kamera und Standort des Geräts dazu. Für den Mitgliedsausweis der Architektenkammer braucht kein Mitglied eine neue App, Apple Wallet und Google Wallet sind auf den Handys schon da.

Reicht ein App-Baukasten?

Für ein Klickmodell und die ersten Wochen im Einsatz ja, für den dauerhaften Betrieb meist nicht. Ein Baukasten zeigt schnell, was gebraucht wird. Wo die Daten liegen, unter welcher Adresse die App läuft und wer sie weiterentwickeln kann, bestimmt dann aber der Anbieter des Baukastens.

Die Baustellen-App haben wir zuerst in einem KI-App-Baukasten gebaut. Hegau Energie hatte vorher eine fertige Baustellen-Software ausprobiert, die nicht zu den eigenen Abläufen passte. Am Klickmodell ließ sich zeigen, wie es stattdessen gehen kann, ab Mai lief es mit echten Aufträgen. Im Juli ist die App auf eigene Server in Frankfurt umgezogen: 2.656 Datensätze, 2.868 Dateien und 21 Konten, alles übernommen und geprüft. Die alte Fassung lief weiter, bis alle umgestiegen waren. Unsere Lehre daraus: vorher den Tag festlegen, an dem die alte Lösung schließt, denn jeder Tag mit zwei Systemen heißt Daten von Hand abgleichen.

Wie läuft die App-Entwicklung ab?

In sechs Schritten, und der erste ist ein Blick in die Daten, die es schon gibt.

Tabellen, Datenbanken, Exporte, Dokumente: Was schon da ist, zeigt, was die App wirklich braucht. Für die Weleda-App haben wir vor dem Bau 16 Dokumente angefragt, von Indikationslisten bis zu Gegenanzeigen in der Schwangerschaft, und je Dokument entschieden, ob es in der App etwas bringt. In die App kam nur das Wichtigste, als strukturierter Text statt als PDF.

Statt eines Konzeptpapiers zeigen wir ein klickbares Modell, bei Hegau Energie mit Aufträgen, Plänen, Fotos und Chat. Oberflächen nehmt ihr erst als Bild ab, dann programmieren wir sie. Das haben wir gelernt, als zwei programmierte Fassungen eines Kalenders bei der Abnahme durchfielen.

Nach dem ersten Sprint gibt es einen Prototyp auf dem Handy, beim Architekturführer schon mit echten Bauwerken aus der Datenbank der Kammer. Was warten kann, wartet: Bei Weleda blieben Einführungsseiten, Nutzungs-Tracking und eine englische Fassung bewusst draußen.

Vor jeder Version testet eine feste Gruppe bei euch, auf dem iPhone über Apples TestFlight, auf Android über eine Testversion. Zu jeder Version schreiben wir auf, was sich geändert hat. Bei der Baustellen-App haben wir vor dem Start durchgespielt, was im Funkloch passiert: Eine Seite meldete dort „0 Benutzer“ statt „keine Verbindung“, das war vor dem Start behoben.

Apple und Google wollen Beschreibung, Screenshots, Datenschutzerklärung, die Länder und ein Testkonto, mit dem Apple die App prüfen kann. Google Play erlaubt nur 30 Zeichen im Namen, der Architekturführer heißt dort darum „Architekturführer BW“.

Rückmeldungen laufen als Tickets zu uns, Daten und Dateien werden regelmäßig gesichert. Updates kommen, wenn ihr etwas Neues wollt und wenn Apple oder Google es verlangen.

Daten ansehen

Tabellen, Datenbanken, Exporte, Dokumente: Was schon da ist, zeigt, was die App wirklich braucht. Für die Weleda-App haben wir vor dem Bau 16 Dokumente angefragt, von Indikationslisten bis zu Gegenanzeigen in der Schwangerschaft, und je Dokument entschieden, ob es in der App etwas bringt. In die App kam nur das Wichtigste, als strukturierter Text statt als PDF.

Klickmodell

Statt eines Konzeptpapiers zeigen wir ein klickbares Modell, bei Hegau Energie mit Aufträgen, Plänen, Fotos und Chat. Oberflächen nehmt ihr erst als Bild ab, dann programmieren wir sie. Das haben wir gelernt, als zwei programmierte Fassungen eines Kalenders bei der Abnahme durchfielen.

Bauen in Sprints

Nach dem ersten Sprint gibt es einen Prototyp auf dem Handy, beim Architekturführer schon mit echten Bauwerken aus der Datenbank der Kammer. Was warten kann, wartet: Bei Weleda blieben Einführungsseiten, Nutzungs-Tracking und eine englische Fassung bewusst draußen.

Testen

Vor jeder Version testet eine feste Gruppe bei euch, auf dem iPhone über Apples TestFlight, auf Android über eine Testversion. Zu jeder Version schreiben wir auf, was sich geändert hat. Bei der Baustellen-App haben wir vor dem Start durchgespielt, was im Funkloch passiert: Eine Seite meldete dort „0 Benutzer“ statt „keine Verbindung“, das war vor dem Start behoben.

In die Stores

Apple und Google wollen Beschreibung, Screenshots, Datenschutzerklärung, die Länder und ein Testkonto, mit dem Apple die App prüfen kann. Google Play erlaubt nur 30 Zeichen im Namen, der Architekturführer heißt dort darum „Architekturführer BW“.

Betreiben

Rückmeldungen laufen als Tickets zu uns, Daten und Dateien werden regelmäßig gesichert. Updates kommen, wenn ihr etwas Neues wollt und wenn Apple oder Google es verlangen.

Was treibt den Aufwand?

Selten die Zahl der Bildschirme, meist das, was dahinter hängt: die Anmeldung, die Daten aus euren Systemen, Offline-Nutzung und die Geräte, auf denen die App wirklich läuft.

Die Arzneimittel-App von Weleda bekommt ihre Daten als Export aus dem Produktinformationssystem von Weleda, bei jedem neuen Export prüft ein Skript, wie viele Präparate ankommen. Als Weleda auf ein neues System umstieg, mussten alle früheren Korrekturen am Datenbestand neu geprüft werden. Damit Weleda alt und neu nebeneinander vergleichen konnte, bauten wir eine zweite Vorschau-App mit dem neuen Bestand.

Der Architekturführer sollte unterwegs ohne Netz funktionieren. Das klingt nach einem Satz im Konzept und hieß: Tests im Flugmodus auf iPhone und iPad, Bilder nur für den sichtbaren Bereich laden, aus drei Download-Paketen wurde eines. Auf der Baustelle zählen die Geräte: Auf Android-Handys beendete das System den Browser, während die Kamera offen war, und das Foto ging verloren. Betroffen waren 11 von 16 Handy-Nutzern, seitdem fotografiert die App auf Android direkt in der Seite.

Wem gehören die Konten bei Apple und Google?

Euch. Wer die App herausgibt, braucht ein eigenes Firmenkonto bei Apple und bei Google, wir arbeiten darin als eingeladener Dienstleister. Beim Mitgliedsausweis der Architektenkammer ist das sogar Pflicht: Apple erlaubt nur dem Herausgeber eines Ausweises, ihn zu signieren. Liefe er über unser Konto, müssten bei einem späteren Wechsel alle Mitglieder ihren Ausweis neu hinzufügen.

Für ein Firmenkonto bei Apple braucht ihr eine D-U-N-S-Nummer und eine Person mit Zeichnungsbefugnis. Apple kostet 99 US-Dollar im Jahr, Google 25 US-Dollar einmalig. Legt die Konten als Erstes an, bei der Architektenkammer brauchte es zwei Anläufe: Apples Formular löschte beim Tippen still das „ü“ aus „Württemberg“, und im Verzeichnis für die D-U-N-S-Nummer standen unter dem Namen der Kammer mehrere Einträge, Apple nimmt nur den des Hauptsitzes. Die Anmeldung haben wir darum in einem gemeinsamen Termin mit der Kammer gemacht.

Was kommt nach dem Start im App Store?

Pflege, deren Takt Apple und Google vorgeben. Beide verlangen regelmäßig, dass Apps auf neue Versionen ihrer Systeme ausgerichtet werden, sonst droht Google damit, die App aus Google Play zu nehmen.

Beim Architekturführer setzte Google Fristen zum 31. August 2023, im August 2024 und zum 31. August 2025, jedes Mal haben wir die App vorher angepasst. Dazu kommen eure eigenen Anlässe: Bei Weleda gibt es jedes Jahr ein Release mit neuem Datenstand, dazu kamen eine neue Hausschrift und ein neues Logo, jede Version mit einem Text „Neu in dieser Version“, den Weleda freigibt. Und die Nutzer wünschen sich Neues: 2020 bekam die Weleda-App eine Notizfunktion je Präparat.

So helfen wir euch

Wir sind eine Internetagentur aus Stuttgart und entwickeln Apps für iOS und Android, Web-Apps und Ausweise für das Wallet, für den Mittelstand, für Kammern und für Pharma. Im kostenlosen Erstgespräch gehen wir die Fragen von oben mit euch durch, danach wisst ihr, welcher Weg zu eurer App passt. Mehr zu unserer App-Entwicklung.

Das Erstgespräch ist bei uns kostenlos.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet es, eine App entwickeln zu lassen?

Das hängt weniger an der Zahl der Bildschirme als an Anmeldung, Datenanbindung, Offline-Nutzung und den Geräten, auf denen die App laufen muss. Nach dem kostenlosen Erstgespräch und der Analyse eurer App-Idee wisst ihr, was davon bei euch anfällt, und bekommt ein Angebot.

Was kostet eine App im laufenden Betrieb?

Fest sind die Gebühren von Apple (99 US-Dollar im Jahr) und Google (25 US-Dollar einmalig), dazu kommen Server und Pflege. Den größten Teil der Pflege geben Apple und Google vor: Updates auf neue Versionen von iOS und Android. Auf Wunsch übernehmen wir das für euch.

Was ist eine Mitarbeiter-App?

Eine App nur für die eigenen Leute, mit Rollen und Rechten statt offenem Zugang. Bei Hegau Energie verwalten Büro und Projektleiter darin die Aufträge, die Monteure sehen ihre Einsätze, Pläne und den Chat zum Auftrag und dokumentieren die Baustelle mit Fotos samt Standort und Uhrzeit.

Wo kann ich eine App entwickeln lassen?

Bei einer Agentur, die nicht nur programmiert, sondern auch Server, Stores und Updates übernimmt. Wir bei FUF machen das von Stuttgart aus, für Apps für iOS und Android im Store, Web-Apps und Ausweise im Wallet: unsere App-Entwicklung.

Was ist der größte Nachteil hybrider Apps?

Sie hängen an ihrer technischen Basis, und die muss mit iOS und Android mitwachsen. 2020 kündigte Apple an, Apps mit veralteter Web-Ansicht abzulehnen, beim Architekturführer kam die Basis darum auf den neuen Stand. Dafür laufen iPhone, iPad und Android aus einer Codebasis.

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